TEXTGRÖSSE:
Johann LaferSpitzenkoch
Aromatisch aufgezaubert


Der Spitzenkoch Johann Lafer über sein neues Buch "Gut kochen – preiswert und schnell" und andere Hochgenüsse


Jörg Steinleitner:  Herr Lafer, wir haben eben Ihre köstliche Entenbrust in Sesam-Honig-Kruste auf Orangengraupen genossen und fragen uns nun: Wie kommt man auf eine derart pfiffige Idee, einfache Graupen aus Großmutters Küche mit etwas Orangenschale derart aromatisch aufzuzaubern? Muss ein guter Koch ein bisschen verrückt sein?

Johann Lafer:  Küche lebt vom ständigen Experimentieren. Wenn man gut kochen will, muss man mit Leib und Seele dabei sein, gerade dann, wenn man Kochen aus Leidenschaft zum Beruf gewählt hat. Sicher, viele Köche sind ein bisschen verrückt, aber sind das nicht alle Kreativen?

Jörg Steinleitner:  Das Entenbrust-Rezept können wir auch in Ihrem neuesten Kochbuch "Gut kochen – preiswert und schnell" nachlesen. Steckt in dieser Versprechung, dass man gut UND preiswert und schnell kochen könne, nicht ein Widerspruch?

Johann Lafer:  Nicht, wenn man die Qualität und Frische der Grundzutaten beachtet. Gute Küche hat im Alltag nicht viel mit Geld und Geschwindigkeit zu tun. Um es simpel auszudrücken: Ein wirklich gutes Brot mit guter Butter kann ein Hochgenuss sein.

Jörg Steinleitner:  Verraten Sie uns, mit welchem Gericht Sie sich Ihre Frau gewogen machen konnten? Gibt es DAS Gericht für ein Liebespaar?

Johann Lafer:  Es gehörte mehr dazu als ein Gericht, mehr möchte ich nicht verraten. DAS Gericht für Liebenspaare zu nennen wäre Unfug. Gott sei Dank sind Geschmäcker verschieden. Und ob und wie die viel gepriesenen, aphrodisierenden Lebensmittel wirken, sollte das Geheimnis jedes Einzelnen bleiben.

Jörg Steinleitner:  Welche drei Grundregeln sollte gerade ein Hobbykoch unbedingt beachten, um erfreuliche Ergebnisse in seiner Küche zu erzielen?

Johann Lafer:  Zunächst die Freude und den Spaß beim Kochen! Frische, gute Grundprodukte zu verwenden und einen logischen Arbeitsablauf planen.

Jörg Steinleitner:  Herr Lafer, vielen Dank für das Gespräch!



Das Interview wurde abgedruckt in buchSzene 2005/I. www.buchszene.de

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